Einen ungetrübten Blick auf die Wirklichkeit ermöglichen

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in der VUCA-Welt ist der bewusste Umgang mit den eigenen kognitiven Kapazitäten – und mit den Ressourcen anderer. Dies betrifft zuallererst die Art und Weise, wie unser „Bild der Welt“ im Kopf entsteht, denn Komplexität und Unbeständigkeit erfordern einen „klaren Blick“ und klare Visionen (Bolman & Deal, 2015). Leider verzerrt unsere Wahrnehmung allzu oft die Wirklichkeit (vgl. Rosling, 2018): Mentale Modelle der Welt in unserem Gehirn lassen uns das sehen, was diese Modelle erwarten zu sehen, und nicht (immer) das, was wirklich vor sich geht (de Lange et al., 2018). Das Brainfulness-Training vermittelt Bewusstsein darüber, wie mentale Modelle der Welt entstehen, wie sie unmittelbar unsere Wahrnehmung beeinflussen, und wie sie angepasst werden können. Das ist essentiell für den klaren Blick auf die Welt: Dieses Bewusstsein erlaubt uns zu erkennen, wann wir Gefahr laufen, dass unsere mentalen Modelle unseren Blick verklären und „alternative Fakten“ schaffen – Fakten, die nichts mit der Realität zu tun haben und die uns in die Irre führen.


Welche der oben abgebildeten Masken sehen Sie von vorne als „Voll-Form“ und welche von hinten als „Hohl-Form“? Obwohl beide Ansichten abgebildet sind,  fällt Ihnen die Entscheidung wahrscheinlich schwer. Dies liegt daran, dass unsere Gehirn davon ausgeht Gesichter als „Voll-Form“ zu sehen und diese Erwartung unsere Wahrnehmung bestimmt. Diese Hollow-Face Illusion, auch als Tiefenumkehr bezeichnet, belegt auf Eindrucksvolle Weise, wie stark unsere Wahrnehmung von der objektiven Realität entkoppelt und, stattdessen, von unserer Erfahrung dominiert werden kann.

Quelle Bildmaterial: Grosjean et al. (2012) PLoS ONE 7, 9, e44706. DOI:  10.1371/journal.pone.0044706.

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